Online Marketing

Wenn man sich beruflich mit der Suchmaschinenfreundlichkeit von Webseiten beschäftigt, kommen natürlich Leute aus dem Bekanntenkreis oft auf einen zu mit der Frage, wie man denn die eigene Seite besser auf den Suchergebnisseiten platzieren könnte.

Was muss man tun, damit Google die Seite liebt? Es ist absolut verständlich, dass man Optimierung betreiben will - und muss: Google besitzt soetwas wie das Monopol in der Websuche. Was daraus aber resultiert ist, dass jeder, der versucht, das Internet so einzusetzen, um mit den so abgebildeten Geschäftsprozessen Geld zu verdienen, ist ganz direkt davon abhängig, mit der wichtigsten Suchmaschine gefunden zu werden.

Also muss man sich um die Funktionsweise der Suche und der Zusammenstellung der Ergebnislisten Gedanken machen und sich überlegen, wie man es schafft, dort aufzutauchen. Immer noch - und das wundert mich - würden Seitenbetreiber viel Geld ausgeben, um an dem einen großen Hebel zu ziehen und die eigene Domain auf Platz 1 zu katapultieren.

Wenn es aber darum geht, die Inhalte der Webseite in Frage zu stellen, machen viele dicht. Das finde ich seltsam. Links auf die Domain organisieren - "früher" war das vielleicht ausreichend.

Es mag schon sein: „Früher“ ging das womöglich dadurch, dass man viele Links von externen Webseiten auf wichtige Seiten unter der Zieldomain organisiert hat. Der PageRank Algorithmus baut ja auf diesem Prinzip auf und funktioniert trotz aller Unkenrufe erstaunlich gut, um für dieses Keyword nützliche Seiten von unnützen Seiten zu unterscheiden. Doch es gab eine Zeit, da hat die Anzahl und Wertigkeit eingehender Links oft keine verlässliche Vorhersage mehr erlaubt, eine schlechte Seite von einer guten Seite zu unterscheiden.

Entsprechend „spammy“ waren die Suchergebnisse. Also: Weitere Kriterien mussten herangezogen werden. Heute ist der Stand der Dinge, dass man die Qualität des Contents stärker ins Kalkül zieht, auch wenn man von einer „verstehenden“ Suchmaschine, die die Bedeutung, also die Semantik, erfassen kann, noch ein gutes Stück entfernt ist.

Mein Beruf: Productmanager, Online Marketing Manager, Online Vertrieb Ich arbeite entlange eines Berufsbildes, das es noch gar nicht so lange gibt. Die Bezeichnung Produktmanager ist wenig eindeutig.

In der klassischen FMCG-Industrie hat der Produktmanager sicher eine andere Rolle als im Internetbereich, was ja meine Branche ist. Angefangen habe ich als Journalist, doch von der reinen journalistischen Laufbahn, die ich durchaus einmal einschlagen wollte, habe ich mich seit 1990 immer weiter entfernt.

Sicher hat auch die Entwicklung neuer Medienformen dazu beigetragen. Lernwissen aus meinem Politologiestudium konnte ich eigentlich nur wenig anwenden. Das wäre sicher anders geworden, wenn ich die Laufbahn Diplomatie oder Assistent eines Bundestagsabgebordneten eingeschlagen hätte. Doch im Regierungsapparat waren eigentlich nur Juristen gefragt (vielleicht eine deutsche Besonderheit) und den Bereich Politikberatung gibt es ja in Deutschland kaum. Zumindest war das damals so.

Sogar die Studienberater haben uns Politologiestudenten nahegelegt, schnell was Geldbringendes zu suchen, denn - Begründung wörtlich - "das Politologiestudium führt direkt in die Arbeitslosigkeit". Gerne zitiert wurden auch Beispiele von Politologiestudenten, die zur Studienfinanzierung den Taxischein gemacht haben und anschließend ihr eigenes Taxiunternehmen aufgezogen haben.

© 2014 Markus Käkenmeister